Ausweitung der Komfortzone im Lehrerzimmer

  von in Recruiting & Karriere

Das hat mich aber erstaunt: Bernhard Görg, unter anderem Ex-Vizebürgermeister von Wien und Personalchef von IBM Österreich, schreibt über Personalmanagement in der Schule: DirektorInnen sollen im Rahmen der Schulautonomie künftig ihre LehrerInnen selbst rekrutieren können. Es sei aber ein Mythos, dass Eigenverantwortung bei der Personalauswahl zu höherer Qualität führe. Menschen neigen bei der Mitarbeiterauswahl dazu, den eigenen Komfort und die Bequemlichkeit zu suchen. Mitarbeiter sollen nur ja die persönliche Komfortzone nicht stören. Ich würde hier ergänzen, dass besonders in jene Richtung rekrutiert wird, dass Bewerber, die dem Rekrutierenden möglichst ähnlich sind, die besten Chancen haben. Die Einzelmaßnahme, die Lehrer selber auswählen zu lassen und sich nicht gleichzeitig von ungeeigneten Lehrern trennen zu können, ist sinnlos. Und dass eine ausreichende Rekrutierungsschulung unbedingt nötig ist, darf auch nicht unerwähnt bleiben. Erstaunliche Worte findet Görg zur Transparenz bei der Personalauswahl: Gute Personalauswahl und Transparenz schließen sich aus, außer, man verwendet rein objektive Auswahlkriterien. Und das machen vor allem schwache Führungskräfte, die sich mit ihrer Entscheidung hinter diesen Kriterien verstecken. Diese sind zwar ganz interessant, aber die wirklich entscheidenden Kriterien stecken im Lebenslauf und in der Persönlichkeit. Interessante Aussagen kommen über Absagen in Bewerbungsprozessen: Man soll Absagen nie begründen. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich verstehe zwar, dass aus Sicht des Risikomanagements dies die vorgeschlagene Maßnahme ist und man sich viele Spannungsfelder erspart (Diskriminierung, Gleichbehandlung, unerlaubte Begründungen), aber den Bewerbern wird so die Chance genommen, ihr Entwicklungspotential zu erkennen und an sich zu arbeiten. Mit etwas Willen findet man Formulierungen, die das Wesentliche vermitteln, ohne das Unternehmen unnötig zu gefährden. Wieder d´accord gehe ich mit seiner Einschätzung, dass Schulen – regelmäßig überprüfte Ziele haben müssen, aufgrund derer die dazupassenden Mitarbeiter ausgesucht werden. Und diese gut passenden und sehr guten Mitarbeiter sind nur selten bequeme Mitarbeiter. Wie gut sie sind, soll über regelmäßige Beurteilungen erhoben werden. Bis wir das in Österreich als Standard haben, wird wohl noch sehr viel Zeit vergehen müssen. Bildquelle: www.pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.