Das Demokratiegetriebe knirscht

  von in Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Ein Kommentar von Siegfried Menz - Chef von Ottakringer Der Kommentar von Siegfried Menz im Print-Standard vom 23. Dezember 2016 ist durchdacht und hat einen roten Faden, drum lasse ich meine Gedanken dazu mal weg und gebe hier nur eine Zusammenfassung. - In unserer Demokratie unterscheiden die Wutbürger nicht mehr zwischen unfähigen, gehassten Politikern und den demokratischen Institutionen. Wie es weitergeht, hängt vor allem mit der Arbeitslosigkeit und der empfundenen Ungerechtigkeit des Staates zusammen. - Derzeit sind in Österreich mehr als 400.000 Menschen arbeitslos, Tendenz für 2017 steigend. Zusätzlich sind 7,8 % der EU-Bürger trotz Vollzeitjobs (!) von Armut bedroht und sogenannte „working poor“. - Als Draufgabe kommt nun Industrie 4.0 samt Digitalisierung und damit Revolutionierung der Arbeitswelt. Studien schätzen, dass mehr als 40 % der derzeitigen Jobs dann von Computern erledigt werden. Und auch, wenn die Zahl nicht so stimmen sollte: Es scheint so zu sein, dass der Saldo dieser Revolution erstmals negativ ausfällt. Praktisch jeder, der vor einem Bildschirm sitzt und Informationen verarbeitet, ist bedroht. Andersrum bedeutet das, dass je weniger wiederholbar und je kreativer die Aufgaben sind, desto sicherer die Jobs. - Für den Erhalt den sozialen Friedens sprechen Transferleistungen, was aber derzeit unmöglich zu sein scheint. Finanztransaktions- und Maschinensteuern schädigen den Standort und werden deshalb nicht kommen. Herr Menz empfiehlt 6 Maßnahmen: 1. Steuern und Abgaben auf Arbeit verringern, weil so Unternehmen leichter Jobs schaffen können. 2. Optimale Bedingungen für Neugründer schaffen, weil diese so leichter Jobs schaffen können. 3. Bürokratievereinfachung und Verwaltungseinsparung, weil Unternehmen so leichter arbeiten und in der Folge leichter Jobs schaffen können. 4. Arbeitszeit flexibilisieren, weil Unternehmen so leichter arbeiten und in der Folge leichter Jobs schaffen können. 5. Stärkung der Gestaltungsmöglichkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf Betriebsebene, weil Unternehmen so leichter arbeiten und in der Folge leichter Jobs schaffen können. 6. Bildung, weil so die Kompetenzen für Unternehmen entstehen, die es braucht, um besser arbeiten und in der Folge wiederum leichter Jobs schaffen zu können. Ein Zusatz auf EU-Ebene: Den Steuervermeidungspraktiken der internationalen Konzerne einen Riegel vorschieben. Und noch ein letzter Zusatz auf EU-Ebene: Mit Berücksichtigung der Digitalisierung ein EU-weit bzw. möglichst weltweites Steuersystem konstruieren. Bildquelle: www.pixabay.com

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